| Fördermittel-/Auftraggeber: |
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
AiF Otto von Guericke |
| Projektleiter: |
Dr.- Ing. O. Philipp |
| Projektlaufzeit: |
01.01.2007 – 31.12.2008 |
| Kooperationspartner: |
ROSOMA GmbH |
Zielstellung:
Im beantragten Projekt soll ein Kontakt- Schneckentrockner so optimiert werden, dass sein
Energieverbrauch je kg Wasserverdampfung deutlich gesenkt wird. Der Schneckentrockner hat
gegenüber einer Reihe anderer Trockner den Vorteil, dass mit ihm eine Volltrocknung ohne
Gutrückführung durchgeführt werden kann.
Die Firma ROSOMA GmbH hat einen Schneckentrockner im Fertigungsprogramm, dessen Wärmeenergieverbrauch
ca. 1,01 kWh/kg Wasserverdampfung beträgt. Dieser Wert führt bei den auch weiterhin zu erwartenden
Energiepreissteigerungen ( Erdgas, Öl ) zu Kostenerhöhungen, die die Marktfähigkeit
dieses Trockners ebenso wie anderer erheblich reduzieren. Der Energieverbrauch des Trockners muss deshalb
nach durchgeführten Recherchen um ca. 15% gesenkt werden.
Das soll vor allem durch Nutzung der technisch-physikalischen Zusammengänge zwischen den Konstruktions- und
Betriebsparametern erreicht werden, nachdem diese in einem phänomenologischen Berechnungsverfahren hergestellt wurden.
Ergebnisse:
Durch die FuE-Projektbearbeitung ist die Wissensbasis zum allgemeinen Stand der Technik bei Gär- und
Klärschlammtrocknung (Trocknertyp und Trocknerleistung), zur rechnerischen Modellierung des Trockenprozesses
(Berechnungs- und Simulationsprogramme), zu Schlammeigenschaften für spezielle Gär- und
Klärschlämme und zur experimentellen Untersuchung der Massen- und Energieflüsse an Kontakttrocknern
mit Schneckenförderung erarbeitet worden.
Für den Produzenten und Projektpartner ROSAMA nutzbar liegen Rechenprogramme, Kennfeldberechnungen sowie
Berechnungen zur Reduzierung der Wärmeverluste und zur Wärmerückgewinnung für eine
energetische Optimierung eines Kontakttrockners mit Schneckenkaskade vor.
Der Schneckentrockner nutzt das in der Fördertechnik seit langem als robust und einfach bekannte und vielfach
bewährte Prinzip der Trogschnecke. Schneckenförderer sind raumsparend, kapselfähig und dadurch
staubarm und benötigen in der Horizontalversion nur eine geringe Antriebsleistung.
Schnecke und Trog und ihre Bewegung im und mit dem Gut ergeben intensiven Gutkontakt und legen den Gedanken
nahe, dieses Wirkprinzip durch Beheizung der Kontaktflächen zum Trockner weiter zu entwickeln.
Im Ergebnis der durchgeführten Untersuchungen liegt ein physikalisch- mathematisches Modell vor, mit dem die
im untersuchten Trockner mit vorentwässertem Schlamm aus einer landwirtschaftlichen Biogasanlage ablaufenden
Stoff- und Energieaustauschprozesse reproduzierbar beschrieben werden können.
Wichtigstes Ergebnis der Untersuchungen ist, dass die Höhe der Öleintrittstemperatur in den Trockner
( Vorlauftemperatur ) den gesamten Prozeß am intensivsten beeinflusst. Baulängenreduzierung bzw.
Baulängenvergrößerung bei gleichzeitigem Verzicht auf die konstruktiv aufwändige Beheizung von
Wendel und Welle sind nach durchgeführten Berechnungen möglich und deshalb insbesondere für
den Hersteller interessant. Ob bei Wegfall der Wendel/Welle- Beheizung auch die Chance für den Einsatz
leichterer Werkstoffe bietet, müsste geprüft werden.