Bild Energie Umwelt
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Werdervorstadt

Integriertes Quartierskonzept zur energetischen Stadtsanierung der Schweriner Werdervorstadt 

Gegenstand des Projekts war die Erarbeitung eines Integrierten Sanierungskonzeptes zur energetischen Stadtsanierung der Schweriner Werdervorstadt. Es wurde im Auftrag des Stadtplanungsamtes der Landeshauptstadt Schwerin durchgeführt und im Mai 2014 abgeschlossen.

Konzeptgebiet war der südliche und mittlere Teil der Werdervorstadt. Bei einer Einwohnerzahl von 2.500 EW umfasst dieses überwiegend für Wohnzwecke genutzte Quartier einen Bestand von ca. 275 Gebäuden. Viele Gebäude sind nach 1990 zumindest in wesentlichen Außenbauteilen saniert und mit einer neuen Heizungsanlage ausgerüstet worden.

Das Quartier ist bislang im Wesentlichen mit Erdgas erschlossen, die Erschließung mit Fernwärme ist vorgesehen und soll bis 2019 weitgehend erfolgt sein. Die Ausgangsbilanz weist einen jährlichen Energiebedarf in Höhe von insgesamt knapp 50 GWh aus, darunter ca. 20 GWh an Wärme (Raumwärme und Warmwasser). Daraus resultiert eine jährliche CO2‐Emission von knapp 14.000 Tonnen.
Eine auf den für die Stichprobe gewonnenen Ergebnissen basierende Hochrechnung auf den gesamten Gebäudebestand im Quartier ergab, dass der Wärmebedarf auf etwa 30 Prozent abgesenkt werden kann. Insgesamt soll das Konzept zu den folgenden Minderungen im Energieverbrauch und in den CO2‐Emissionen führen:

  • Endenergiebedarf: von 46,6 GWh auf 27,3 GWh (‐ 19,3 GWh),
  • Primärenergiebedarf: von 59,3 GWh auf 38,4 GWh (‐ 16,1 GWh),
  • CO2‐Emission: von 13,8 kt auf 5,3 kt (‐ 20,1 kt).

Finanzielle Hemmnisse dürften bei der Sanierung eine zentrale Rolle spielen, wie auch die für die Gebäudestichprobe durchgeführten Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen:

Bei der Durchführung der Sanierungen ist ebenso wie bei dem Entwurf eines sog. Sanierungsfahrplans für das Quartier zu berücksichtigen, dass der Fernwärme‐Ausbau den entworfenen Sanierungsablauf ebenso nivellieren werden wie die spezifischen Befindlichkeiten und Belange der Gebäudeeigentümer. Geht man davon aus, dass in dem Zeitraum bis 2050, d.h. in den nächsten 35 Jahren, die bestehenden Gebäude im Allgemeinen nur einmal zum Gegenstand einer Sanierung gemacht werden, ergeben sich für die Erfüllung der Klimaschutzziele hohe Anforderungen an die Sanierung (dies sollte für die Gebäudeeigentümer in eine „wenn schon, denn schon"‐Argumentation übersetzt werden).
Eine wichtige Arbeitsgrundlage für einen die Konzeptumsetzung betreuenden Sanierungsmanager ist ein Sanierungsfahrplan, welcher die hier erarbeiteten Ausgangs‐ und Zielbilanzen miteinander verbindet und einen umsetzbaren Weg zur Zielerreichung aufzeigt. Dafür wurde hier ein Szenario entworfen, das die Entwicklung des Gebäudebestandes, dessen energetische Sanierung und die damit erzielbaren energetischen und klimaschützenden Effekte jahresgenau angibt. Außerdem wurden verschiedene Sanierungsstrategien untersucht, deren Effekte hinsichtlich der Zielerreichung bis 2050 vergleichend ermittelt sowie die jeweiligen Kosten und die Wirtschaftlichkeit quantifiziert.

Weitere Informationen:

Projektseite auf schwerin.de Link

Energetische Stadtsanierung auf regierung-mv.de Link

 

 

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